Editorial 3 | 2026
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir wissen, dass Krisen wie Stromausfälle oder Extremwetterlagen jederzeit unseren Alltag aus den Angeln heben können – und doch bleibt echte vorsorge oft aus. Der erste Artikel in dieser Ausgabe zeigt, warum zwischen Risikobewusstsein und konkretem Handeln eine Lücke klafft, welche psychologischen Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie verständliche, alltagsnahe Risikokommunikation Menschen stärkt, ins Tun zu kommen.
Die neue VdS-Publikation 6025 bündelt erstmals systematisch die in Deutschland relevanten Geogefahren – von Erdrutsch und Muren über Steinschlag bis hin zu Erdbeben und Erdfällen. Anhand realer Schadenfälle wird deutlich, wie komplex die Auslöser sind, welches Schadenpotenzial für Gebäude und Infrastruktur besteht und welche praxisnahen Hilfen es für Gefährdungsanalysen und konkrete Vorkehrungsmaßnahmen für Neu und Bestandsbauten gibt.
Seit 50 Jahren steht das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) für fundierte Ursachenermittlung und wirksame Prävention. Der Beitrag über das IFS zeigt den Weg vom kleinen Labor an der Kieler Förde mit Brandversuchshaus und zentralen Laboren zur renommierten Instanz für Brand- und Leitungswasserschäden im deutschsprachigen Raum – und macht deutlich, wie das Institut sein Päventionsspektrum bis hin zur Plattform Elementa kontinuierlich erweitert.
Treibgasdosen werden im Alltag oft unterschätzt – können aber bei unsachgemäßer Verwendung explosionsartige Schäden verursachen, die ganze Wände herausbrechen. Der dazugehörige Fachartikel erläutert anhand eindrücklicher Schadenfälle, wie sich bei intensiver Nutzung von Sprühdosen oder beim Überhitzen einzelner Dosen in kurzer Zeit große Mengen zündfähiger Gas-Luft-Gemische bilden und welche Überdruckschäden damit verbunden sind.
Menschen mit Behinderung sind im Brandfall häufig besonders gefährdet – und sollten in der Brandschutzerziehung besondere Aufmerksamkeit erhalten. Der Beitrag zur inklusiven Brandschutzerziehung zeigt, welche Anforderungen sich aus Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) für Planung, Inhalte und Methoden ergeben und wie Brandschutzwissen zielgruppengerecht vermittelt werden kann.
Brandrauch ist die häufigste Todesursache bei Wohnungsbränden – und doch wird seine Gefahr oft unterschätzt. Mit dem Jugendwettbewerb „120 Sekunden, um zu überleben!“ haben das Forum Brandrauchprävention, der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und die öffentlichen Versicherer ein Format geschaffen, bei dem Jugendliche selbst kreativ erklären, wie man im Brandfall richtig reagiert und welche Rolle Rauchwarnmelder, Fluchtwege und das richtige Verhalten im Ernstfall spielen.
Die Berliner Feuerwehr feiert 2026 ihr 175-jähriges Bestehen und nutzt das Jubiläum konsequent als Zukunftsprojekt, um die Feuerwehr als moderne, systemrelevante Metropolenorganisation zu präsentieren. Seit vielen Jahren an ihrer Seite: die Feuersozietät Berlin Brandenburg, die als verlässlicher Partner Ausrüstung, Präventionsprojekte und Lernmaterialien fördert und zeigt, wie Versicherer, Feuerwehr und Politik gemeinsam gelebte Schadenverhütung für die Stadtgesellschaft gestalten.
Ein unscheinbares Rauschen im Keller, ein geplatzter Wasserspeicher und die Ursache liegt nicht im Produkt, sondern in vielen versäumten Wartungen. Das IFS-Schadenbeispiel macht deutlich, wie eine nahezu vollständig aufgezehrte Opferanode im Inneren eines 19 Jahre alten Speichers zu massiver Korrosion und schließlich zum Wasserschaden führte.
Und nun wünschen wir Ihnen wieder viel Freude beim Lesen und vielleicht auch die Motivation, den einen oder anderen Vorsorgeschritt selbst anzugehen.
Herzlichst Ihr
Ralf Tornau
