Editorial 2 | 2026
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Naturgefahren treffen Wohngebäude immer häufiger und heftiger – doch viele Häuser in Deutschland sind noch unzureichend geschützt. Mit der „Elementa – Zentrum Naturgefahren“ schaffen die öffentlichen Versicherer gemeinsam mit dem IFS eine frei zugängliche Informationsplattform, die Risiken sichtbar macht und konkrete Lösungen anbietet. Von adressgenauen Gefahrenchecks über wissenschaftlich fundierte Karten zu Starkregen, Hochwasser und Hagel bis hin zu einem Bauteilregister zeigt Elementa, wie Wohngebäude Schritt für Schritt resilienter gegen Wetterextreme werden können – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Klimafolgenanpassung.
Während Elementa vor allem Hausbesitzern und Planern hilft, stehen Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen – oft mit existenzbedrohenden Folgen. Der Fachbeitrag „Wetterextreme – Eigenvorsorge und Schadenprävention zur Existenzsicherung“ zeigt, wie Betriebe Gefahren systematisch analysieren, Risiken bewerten und daraus ein wirksames Schutzkonzept inklusive Notfallplan ableiten können. Im Fokus: praxisnahe Empfehlungen, um Sachschäden, Betriebsunterbrechungen und Folgekosten zu begrenzen – und die Resilienz von Industrieund Gewerbebetrieben zu stärken.
Ein weiteres unterschätztes Risiko rückt Markus Hartmann in den Fokus: Brände durch Lithium-Ionen-Akkus – insbesondere während der Ladephase. Der Artikel zeigt, wie spezielle Batterie-Lagerund -Ladeschränke dieses Risiko deutlich reduzieren können und welche Rolle der neue Prüfstandard VDMA-Einheitsblatt 24994 dabei spielt. Er schafft klare Anforderungen, realitätsnahe Prüfungen und Schutzklassen, an denen sich Unternehmen bei Auswahl und Betrieb von Ladeschränken orientieren können – ein wichtiger Baustein moderner Schadenprävention.
In Installationen von Frischwasserbzw. Wohnungsstationen unter Verwendung von Mehrschichtverbundrohren sind vermehrt massive Wasserschäden zu verzeichnen. Dabei zeigt die IFS-Schadenstatistik eine deutliche Zunahme von Überdruckschäden – geplatzte Mehrschichtverbundrohre – in Warmwasseranlagen mit Zirkulation. Der Beitrag beleuchtet, warum die Ursache oft nicht auf einen Materialfehler im Rohr, sondern in fehlender Überdruckabsicherung liegt. Weiterhin wird erläutert, wie neuere Systeme mit Wärmetauschern zu kritischen Druckanstiegen führen können – und Planer, Installateure und Betreiber achten müssen, damit ein kleines Sicherheitsventil nicht zur teuersten eingesparten Komponente wird.
Nach einem Leitungswasserschaden stellt sich regelmäßig die Frage: Reicht eine zeitnahe technische Trocknung – oder müssen Estrichdämmschichten ausgebaut werden? Am Beispiel von expandiertem Polystyrol (EPS) zeigt der Beitrag, wie sich mit Laboruntersuchungen klären lässt, ob mikrobiologische oder physikalische Schäden vorliegen. Das Ergebnis der Fallstudie: Bei zeitnah getrockneten Trinkwasserschäden bleiben die relevanten Stoffeigenschaften von EPS in der Regel erhalten – ein starkes Argument für fachgerechte Trocknung statt vorschnellen Rückbaus.
Küchen sind der Brand-Hotspot im Wohnbereich – fast jeder zweite Wohnungsbrand entsteht am Herd. Herdwächter setzen genau dort an: Intelligente Sensoren erkennen kritische Temperaturverläufe frühzeitig und schalten den Herd ab, bevor sich ein Feuer entwickeln kann. Der Beitrag zeigt, warum Herdwächter den Schritt vom reaktiven zum präventiven Brandschutz markieren und wie sie gerade älteren oder kognitiv eingeschränkten Menschen ein Plus an Sicherheit und Selbstständigkeit ermöglichen.
Mit der neuen Rubrik „Kurz erklärt“ bietet schadenprisma künftig in loser Reihenfolge kompakte Fachinfos zu zentralen Themen der Schadenverhütung. Den Auftakt macht die Frage: Was ist eine Sprinkleranlage? Der Beitrag erläutert, wie Sprinkler Brände früh erkennen und automatisch bekämpfen, welche Anlagentypen es gibt und warum Planung und Wartung nach anerkannten Normen entscheidend sind. Alle Beiträge im aktuellen Heft eint ein Kernpunkt: Wer Risiken frühzeitig versteht und gezielt vorbeugt, schützt nicht nur Werte, sondern erhält Handlungsfähigkeit – für Kunden, Unternehmen und Gesellschaft gleichermaßen. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Herzlichst Ihr
Ralf Tornau
Redaktionsleiter
