Brandgefahr durch ein einfaches Versäumnis bei der Installation
Im Urlaub bekam ein Mann eine Meldung auf sein Handy, dass die PV-Anlage in seinem Haus die Produktion eingestellt hatte. Sie war erst knapp einen Monat zuvor in Betrieb genommen worden.
Dieses Problem schien zunächst nicht allzu dringend, doch zwei Tage später zeigte die Überwachungskamera im Keller Rauch. Der Mann alarmierte die Feuerwehr und einen Nachbarn. Die Einsatzkräfte konnten den Brand auf den PV-Speicher eingrenzen, und so fand der IFS-Gutachter, der später die Ursache ermitteln sollte, ein klares, beinahe aufgeräumtes Spurenbild vor: Es gab einen deutlichen Brandschwerpunkt im Anschlussbereich des Wechselrichters an den die Gleichstromleitungen der PV-Module angeschlossen waren. Ein Überspannungsschutz, der hier installiert war, wies extreme Schäden im Bereich der Anschlussklemmen auf.
Ein einfaches Versäumnis bei der Installation hatte hier zum Brandausbruch geführt: Der Monteur hatte vergessen, die Klemmen am Überspannungsschutz anzuziehen. Die Klemmen wiesen massive Schäden auf; eine war durch einen Lichtbogen sogar geschmolzen. In keine der Klemmen war die entsprechende Schraube eingeschraubt.
Wegen der nicht angezogenen Anschlussklemmen war es an dem Überspannungsschutz zu einem Übergangswiderstand gekommen. Dabei beginnt an der Fehlerstelle eine Spirale aus wechselnder Temperaturbelastung und dadurch steigendem Widerstand, die – wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und unterbrochen wird – zum Brandausbruch führt.




Viele Anlagen lassen sich heute mobil überwachen. Das ist ausgesprochen praktisch. Doch der Nutzen kommt nur zur Geltung, wenn auf Fehlermeldungen auch reagiert wird. Wenn an einer PV-Anlage etwas Ungewöhnliches passiert, sollte man nach der Ursache suchen.
Schäden wie dieser werden auf der Internetseite des IFS www.ifs-ev.org regelmäßig veröffentlicht.
