Fünf Wettbewerbsrunden, tausende kreative Jugendliche und ein starkes Bündnis für die Brandrauchprävention
Brandrauch ist bei Wohnungsbränden die häufigste Todesursache. Schon wenige Atemzüge hochtoxischer Rauchgase können zur Bewusstlosigkeit führen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig über Gefahren und richtiges Verhalten im Brandfall zu informieren. Mit dem bundesweiten Jugendwettbewerb „120 Sekunden, um zu überleben!“ etablierten das Forum Brandrauchprävention e. V., der Gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und -aufklärung von DFV und vfdb, der Deutsche Feuerwehrverband e.V. (DFV) sowie die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) ein innovatives Präventionsformat. Das Preisgeld in Höhe von jährlich 10.000 Euro wurde von den öffentlichen Versicherern gestiftet.
Prävention auf Augenhöhe
Das Konzept des Wettbewerbs ist ebenso motivierend wie wirkungsvoll: Jugendliche produzieren und promoten einen kreativen Beitrag, der zeigt, wie man sich im Brandfall richtig verhält. Dabei setzen sie sich intensiv mit zentralen Fragen auseinander: Wie schnell breitet sich Brandrauch aus? Warum sind Rauchwarnmelder lebenswichtig? Warum gilt im Brandfall die Regel „Tür zu!“? Weshalb darf ein verrauchtes Treppenhaus nicht betreten werden? Wie alarmiert man richtig die Feuerwehr?
Die Jugendlichen werden dabei nicht nur informiert, sondern selbst zu Multiplikatoren. Durch die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema – zum Beispiel in Form eines Konzepts, Drehbuchs, Regiebuchs oder als Schauspiel, Trickfilm, Hörspiel, mit Hilfe von Schnitt, Musik und grafischen Anwendungen – verankert sich das Gelernte nachhaltig. Gleichzeitig entstehen authentische Beiträge, die Gleichaltrige und Angehörige gleichermaßen gut erreichen.
Rückblick auf fünf erfolgreiche Wettbewerbsrunden
1. Runde 2019/2020 – Publikums Voting mit großer Resonanz
In der ersten Wettbewerbsrunde entschied ein öffentliches Online-Voting über die Platzierungen. Gewonnen hat die Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule in Heusweiler (Saarland). Die Schülerinnen und Schüler überzeugten mit einem Video, das die Gefahren von Brandrauch eindrucksvoll darstellte. Es wurde über Social Media und die lokale Presse verbreitet (Bild 1).
Den zweiten Platz belegten die Schülerinnen und Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Hohen-Neuendorf (Brandenburg). Sie produzierten ein selbst gedrehtes und geschnittenes Video. Auf Platz drei landete das Projekt der Schüler-AG des Gymnasiums Gronau in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Gronau.
Bereits die erste Wettbewerbsrunde machte deutlich: Das Format hat einen Nerv getroffen – sowohl bei Jugendlichen als auch bei Lehrkräften und Feuerwehren. Die Verbindung von Schule und Feuerwehr schaffte eine starke Grundlage für praxisnahe Präventionsarbeit.

2. Runde 2022/2023 – Einführung einer prominenten Fachjury
Ab der zweiten Wettbewerbsrunde wurde das Verfahren weiter professionalisiert. Seither entschied eine fachkundige und prominent besetzte Jury über die Gewinnerbeiträge. Mitglieder der Jury waren: Dr. Anja Hofmann Böllinghaus (Vizepräsidentin vfdb), Hermann Schreck (Vizepräsident DFV), Frieder Kircher (Gemeinsamer Ausschuss Brandschutzaufklärung und -erziehung von vfdb und DFV), Andreas Friese (Vorsitzender Forum Brandrauchprävention), Andreas Walburg (Zentralinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks) und Stefan Weber (Provinzial Versicherung).
Den ersten Platz gewann 2023 der Film „120 Sekunden zum Überleben“ der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg (Hessen). Die Feuerwehrund Social Media-AG produzierte einen eindrucksvollen Film, der das richtige Verhalten im Brandfall für Jugendliche anschaulich darstellt (Bild 2).

Den zweiten Platz belegte die Stadtteilschule am Stübenhofer Weg in Hamburg, die einen neu angeschafften Greenscreen direkt erfolgreich nutzen konnte. Den dritten Platz konnte sich das Lessing-Gymnasium Hohenstein Ernstthal sichern.
Der Jury fiel die Auswahl nicht leicht, denn letztendlich steckten in allen eingereichten Projekten viel Herzblut, Kreativität und neu erarbeitetes Wissen. Manche Schulen hatten sogar eine Feuerwehr AG gegründet oder haben mit der Feuerwehr zusammengearbeitet.
Genau genommen gab es deshalb bei dem Wettbewerb nur Gewinner, denn jedes der aufwändig erarbeiteten Schulprojekte hat zur Sicherheit der Bevölkerung beigetragen und dafür gilt allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften ein großes Dankeschön.
3. Runde 2023/2024 – Kreativität in neuer Dimension
Die dritte Wettbewerbsrunde zeigte die wachsende Professionalität der Beiträge. Die Schwarzachtal-Mittelschule in Waldmünchen (Bayern) überzeugte mit dem Stop-Motion-Film „Was tun, wenn’s brennt?“ Jury und Öffentlichkeit gleichermaßen. Das Video vermittelt fachlich korrektes Verhalten im Brandfall in besonders anschaulicher und jugendgerechter Form (Bild 3).

4. Runde 2024/2025 – Rekordbeteiligung und starke Botschaften
Die Preisverleihung der vierten Wettbewerbsrunde fand in der Ganztagsschule Anne Frank in Hettstedt statt. Hier produzierte die Klasse 8d für den Wettbewerb das Musikvideo „Stay Safe: Brandschutz 4U“ – ein eingängiger Song, kombiniert mit klaren Sicherheitsbotschaften. Das Neue: Der Song und das Titelbild dazu wurden mit Unterstützung von KI produziert. Das Konzept überzeugte und die Jury wählte die Schule als Sieger unter 70 hochkarätigen Projekten mit über 2.000 beteiligten Jugendlichen aus (Bild 4).
Der Sonderpreis der Jury ging an die inklusive Samuel-Heinicke-Realschule aus München. Der Beitrag widmete sich dem Thema Brandschutz für Gehörlose und setzte damit ein starkes Zeichen für Inklusion und barrierefreie Sicherheitskommunikation Diese Runde unterstrich damit eindrucksvoll die gesellschaftliche Relevanz des Wettbewerbs.


5. Runde 2025/2026 – die letzte Runde
Die Ergebnisse der fünften und letzten Wettbewerbsrunde wurden mit Spannung erwartet. Klarer Sieger ist die Film-AG der IGS Kastellstraße in Wiesbaden. Die 15 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule überzeugten die Jury in diesem Jahr mit einem professionellen und unterhaltsamen Nachrichtenformat. Den Gewinnerbeitrag finden Sie unter https://120sek.de/igs-kastellstrasse/
Den zweiten Platz belegte die Jugendfeuerwehr Dornstetten mit dem Video „Was tun, wenn’s brennt? Verhältst du dich richtig?“ und Platz 3 ging an die Berufsbildende Schule Technik 2 aus Ludwigshafen, die ein 120-Sekunden Online-Quiz einreichte. Den Sonderpreis erhält das St.-Theresien-Gymnasium aus Ruppichteroth (Nordrhein-Westfalen) mit Song und Video „Omi und Opi, passt gut auf Euch auf!“ (Bild 5).
Prävention als Kernauftrag
Die öffentlichen Versicherer haben nicht nur das Preisgeld von jährlich 10.000 Euro gestiftet, sondern haben mit ihrem Engagement auch ein klares Zeichen gesetzt: Der Wettbewerb verbindet Aufklärung, Prävention und Förderung junger Talente und stärkt die Sicherheitskultur langfristig. Schirmherrin Sabine Krummenerl betont regelmäßig die Bedeutung frühzeitiger Sensibilisierung für Gefahren im Alltag. Gerade junge Menschen für sicherheitsbewusstes Verhalten zu gewinnen, sei ein entscheidender Beitrag zur nachhaltigen Schadenvermeidung.
Mehr als ein Wettbewerb
„120 Sekunden, um zu überleben!“ ist mehr als ein Jugendwettbewerb: ein Impulsgeber für Schulprojekte und kreative Projekte der Jugendfeuerwehr, eine Brücke zwischen Schule und Feuerwehr und ein Baustein moderner Sicherheitskultur. Die intensive Auseinandersetzung mit Brandrauch, Rauchwarnmeldern und richtigem Verhalten im Ernstfall wirkt weit über den Wettbewerbszeitraum hinaus.
Nach fünf erfolgreichen Durchführungsrunden zeigt sich deutlich: Prävention funktioniert besonders dann, wenn junge Menschen selbst Verantwortung übernehmen und Botschafter für Sicherheit werden. Denn im Brandfall entscheiden nur 120 Sekunden.
In diesem Sinne werden spannende neue Projekte durch das Forum Brandrauchprävention e. V. und die öffentlichen Versicherer folgen, auch wenn der Jugendwettbewerb künftig nicht mehr fortgesetzt wird. Bleiben Sie gespannt.
Alle aktuellen Beiträge aus 2025/2026 finden Sie hier: https://120sek.de/beitraege-jugendwettbewerb-2025-2026/
