Raus, aber richtig: der Guide für den Ernstfall
Das Verhalten im Brandfall bei Menschen ohne Vorbildung im Bereich Feuerwehr ist immer wieder ein Thema in der Diskussion von Feuerwehrleuten und Versicherern. Viele Brand-, aber insbesondere auch Personenschäden werden durch fehlerhafte Reaktion auf die Gefahren eines Brandes in Wohnungen erheblich verschlimmert. Daher ist die Aufklärung von Menschen über das richtige Verhalten im Brandfall von erheblicher Bedeutung. Wie man die Menschen in unserem Land unter Berücksichtigung aller fachlichen Belange richtig aufklären kann, zeigt die „Fachempfehlung Verhalten im Brandfall“ von DFV und vfdb, die im nachfolgenden Text beschrieben werden soll.
Viele kennen natürlich die Hinweistafeln aus der ASR A1.3 und der DIN EN ISO 7010 mit dem roten Rand, auf der in Kurzform einige wesentlichen Punkte stehen. Aber leider sind diese Punkte allein unter den ganz verschiedenen Bedingungen des Aufenthalts der jeweils betroffenen Person in einer Wohnung nicht ausreichend. Sie kommen hauptsächlich aus dem Gebiet des Arbeitsschutzes und sind für Menschen gedacht, die ihren Betrieb kennen und auch einigermaßen regelmäßig zum richtigen Verhalten im Brandfall geschult werden.
Wie ist das aber bei Menschen in einer Wohnung, die u. U. im Schlaf von einem, heute erfreulich verbreiteten, Rauchmelder über einen Brand alarmiert werden? Es ist leider nicht so einfach, für die verschiedenen Bedingungen von Wohnungen und Möglichkeiten, wie und wo ein Brand stattfinden kann, im Verhältnis zum aktuellen Aufenthaltsort des Betroffenen die richtige Reaktion zu erreichen.
Aus diesem Grund hat der Gemeinsame Ausschuss für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung schon vor längerer Zeit eine Fachempfehlung zum Verhalten bei Bränden, insbesondere in Wohnungen, herausgegeben. Diese soll hauptsächlich dafür sorgen, dass die Fachmeinung konkretisiert und vereinheitlicht wird.
In der Fachempfehlung wird festgestellt, dass das richtige Verhalten im Brandfall stark von der Wohnsituation der Betroffenen abhängt. Das Verhalten im Brandfall in einem Mehrfamilienhaus unterscheidet sich in einigen Details von dem in einem Einfamilienhaus. Daher ist diese Fachempfehlung strukturiert in Verhaltenshinweise für Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser.
Beim Mehrfamilienhaus wird noch unterschieden, ob der Brand in der eigenen Wohnung (Fall 1) oder in einer anderen Wohnung (Fall 2) im Haus entstanden ist oder ob der Treppenraum verraucht ist (Fall 3).
Bei der Wohnsituation im Einfamilienhaus werden auch die zwei Fälle eines Brandes im Geschoss, in dem sich die Person befindet, oder in einem Geschoss darüber oder darunter (z. B. im Keller) betrachtet (Fall 4).
Um insbesondere Multiplikatoren zu unterstützen, wird unterschieden zwischen Grundsätzen für die einzelnen Situationen im Einoder Mehrfamilienhaus und detaillierten Hintergrundinformationen, die zur Erläuterung insbesondere bei einer Unterrichtung oder Öffentlichkeitsveranstaltung dienen sollen.

FALL 1
Brand in der eigenen Wohnung eines Mehrfamilienhauses: Was tue ich, wenn es in meiner Wohnung brennt? Kurzempfehlung für das gebäudeorientierte brandschutzgerechte Verhalten
- Ruhe bewahren!
- Besteht die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln das Feuer zu löschen (z. B. Deckel auf den brennenden Topf, Anwendung eines vorhandenen Kleinlöschgeräts, Gefäß mit Wasser)?
- Kann die Tür zum brennenden Raum geschlossen werden?
- Sind noch weitere Personen in der Wohnung? Wenn ja, wissen diese Personen von dem Brand und sind sie in der Lage, die Wohnung selbstständig zu verlassen?
- Ist der Fluchtweg zum Wohnungsausgang frei?
- Liegen Mobiltelefon und Wohnungsschlüssel griffbereit?
- Kann ich / können wir die Wohnung über die Eingangstür verlassen? Welche anderen Fluchtwege stehen zur Verfügung?
- Habe ich beim Verlassen der Wohnung die Tür zum Treppenhaus zugezogen?
- Habe ich aus einem sicheren Bereich die Feuerwehr über die Telefonnummer 112 alarmiert?
- Habe ich die Nachbarn gewarnt?
- Ist vor dem Gebäude ausreichend Platz für die Feuerwehr oder kann ich Anwohner bitten, ihre Autos wegzufahren? Kann ich der Feuerwehr wichtige Informationen geben, z. B. ob und wo noch Personen im Gebäude sind?
Die Formulierungen sind bewusst in der Ich-Form gehalten, um die Identifikation der Leser mit dem Text zu verbessern. Bei der Erläuterung wird ebenfalls die Form der direkten Ansprache gewählt, um auch den Multiplikatoren die Textverwendung zu erleichtern. Die Erläuterungen beziehen sich auf den jeweiligen Punkt der Kurzempfehlung.
ERLÄUTERUNG
- Ruhe bewahren Sie sind aufgeregt, weil ein Brand keine gewohnte Situation ist. Durch das Wissen, welche Schritte Sie unternehmen müssen, und durch regelmäßiges Üben dieser Schritte werden die Gefahr und das Risiko für Sie zwar nicht kleiner, aber Sie können die Gefahrensituation durch Ihre Reaktionen wenigstens z. T. entschärfen und möglicherweise sogar ganz unter Kontrolle bringen.
- Löschversuch unternehmen Jedes Feuer beginnt klein. Je früher Sie einen Brand entdecken, desto größer ist die Chance, dass Sie ihn löschen können. Es gibt gegen Entstehungsbrände einige einfache Löschmethoden (siehe die folgenden drei Punkte). Wichtig ist, dass Sie schnell und entschlossen reagieren.
- 2.1 Wichtig bei brennendem Fett in Pfanne oder Topf: kein Wasser auf Fettbrände! Da Fett sehr heiß brennt, verdampft Wasser in diesem Fall sofort – und reißt das brennende Fett mit sich. Durch das Auflegen eines Deckels können Sie das Feuer ersticken.
- 2.2 Löschspraydosen sind intuitiv einfach zu bedienen – eben wie Spraydosen. Für einen Entstehungsbrand kann das ausreichend sein. Gegen kleinere Feuer, wie sie z. B. durch eine umgekippte Kerze entstehen, können Sie sogar mit dem fein zerstäubten Wasser aus einer Blumenspritze, wie sie für das Befeuchten von Blättern verwendet wird, gute Erfolge erzielen, wenn diese schnell zur Hand ist.
- 2.3 Die häufigsten Typen von Feuerlöschern sind ABC-Pulverlöscher, Wasseroder Schaumlöscher. Für die Nutzung im Notfall sollten Sie sich aber vorher mit der Anwendung vertraut gemacht haben. Nicht alle Feuerlöscher funktionieren mit der gleichen Technik – wie sie funktionieren, steht als Gebrauchsanweisung auf dem Gerät.
- Wann haben Sie noch eine Chance, mit einfachen Mitteln einen Brand zu löschen? Eine Faustregel ist: Wenn Sie den Brandherd, also die Ursache des Brands, noch sehen und mit ausgestrecktem Arm Löschmittel aufbringen können. Mit Feuerlöschern ist eine erfolgreiche Brandbekämpfung prinzipiell länger und noch später im Brandverlauf möglich als mit Löschspray. Aber wenn ein Feuer sich über die Entstehungsbrandphase hinaus entwickelt hat, geht die Ausbreitung sehr schnell. Im Zweifelsfall und besonders dann, wenn sich der Rauch schnell ausbreitet, ziehen Sie unbedingt den Rückzug der Brandbekämpfung vor. Spielen Sie nicht den Helden! Ihre Sicherheit geht vor.
- Tür zum Brandraum schließen Jede Tür bildet zunächst ein Hindernis für Flammen und auch Rauch. Daher ist es immer gut, wenn ein möglicher Fluchtweg durch eine Tür vom Brandraum getrennt ist. Es gibt hochwirksame Brandschutztüren, die einem Feuer mindestens 30 Minuten standhalten. Aber auch einfache Türen ohne Brandschutzqualität verhindern für mindestens 10 Minuten eine weitere Rauchund Brandausbreitung – wenn sie geschlossen sind.
- Sind noch weitere Personen in der Wohnung und im Haus? Falls außer Ihnen noch Kinder oder Erwachsene in der Wohnung sind, die den Brand noch nicht bemerkt haben, ist Ihre schnelle und entschlossene Reaktion überlebenswichtig. Nach der Entstehungsbrandphase, in der Sie eventuell noch eingreifen können, entwickeln sich Brände i. d. R. sehr schnell. Deshalb ist es wichtig, dass alle, die sich noch innerhalb der Wohnung aufhalten, schnellstmöglich informiert werden und sich mit Ihnen zusammen in Sicherheit bringen. Wer auf Ihre Hilfe angewiesen ist (z. B. Kinder, kranke oder gebrechliche Personen), hat Vorrang. Sollten Sie jemand wegen der Rauchund Brandentwicklung in der Wohnung nicht erreichen können, muss die Feuerwehr unbedingt schon beim Notruf und erneut beim Eintreffen darüber informiert werden, dass noch Personen im Gebäude sind, nach Möglichkeit mit genauer Angabe, wo und wie viele.
- Ist Ihr Fluchtweg zum Wohnungsausgang frei? Ihr weiteres Handeln ist davon abhängig, ob Ihr Fluchtweg zum Wohnungsausgang frei von Feuer und Brandrauch ist. Sollte das nicht der Fall sein, begeben Sie sich in das am weitesten von der Brandursache entfernte Zimmer, ziehen Sie die Tür hinter sich zu und alarmieren Sie die Feuerwehr. Weisen Sie unbedingt darauf hin, dass Sie eingeschlossen sind. Wenn dieser Raum ein Fenster hat, das mit einer Leiter erreicht werden kann, wird man Sie auf diesem Weg herausbringen. Das kann natürlich etwas dauern – moderne Türen halten aber einem Feuer eine ganze Zeit lang stand; Sie können also ruhig warten. Wichtig ist, dass Sie sich am Fenster durch Rufe bemerkbar machen. Sollte Ihre Evakuierung über Leitern nicht möglich sein, wird die Feuerwehr durch einen schnellen und direkten Löschangriff über die Treppe zu Ihnen kommen und Sie retten. Dazu kann sie z. B. eine Fluchthaube verwenden, die Sie kurzzeitig vor den Gefahren des Brandrauchs schützt. Es wird Sie aber immer eine Einsatzkraft begleiten.
- Mobiltelefon und Schlüssel mitnehmen Ein Mobiltelefon ist ein wichtiges Mittel im Notfall. Mit einem Mobiltelefon können Sie auch einen Notruf absetzen, wenn die SIM-Karte abgelaufen ist – der Akku muss allerdings aufgeladen sein. Wenn es in Ihrer Wohnung brennt, ist es natürlich wichtig, so schnell wie möglich die Feuerwehr zu alarmieren. Aber ein Notruf dauert eine Weile: Die Leitstelle muss Informationen zum genauen Ort, zur Lage usw. bekommen und wird Fragen stellen. Dafür ist in einem Raum, in dem es brennt, keine Zeit. Sie sollten sich deshalb erst in Sicherheit bringen, bevor Sie den Notruf absetzen. Beim Verlassen der Wohnung sollten Sie unbedingt Ihren Schlüssel zum Wohnungseingang mitnehmen (Bild 1).
- Wohnung über die Eingangstür verlassen Bei Mehrfamilienhäusern ist der Treppenraum im Normalfall ein sicherer Rettungsweg. Im Treppenraum sollen daher auch keine Möbel, Kinderwagen usw. abgestellt sein, auch nicht vorübergehend. Sie könnten Ziel eines Brandstifters werden und dann ist der Treppenraum nicht mehr sicher und darf im Falle eines Brandes auf keinen Fall betreten werden.
- Eingangstür schließen Wenn Sie Ihre Wohnung über die Wohnungseingangstür verlassen, ist es wichtig, dass Sie die Tür hinter sich schließen. Dem Schließen der Wohnungstür bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus kommt besondere Bedeutung zu. Bei geschlossener Tür kann zwar immer noch geringfügig Rauch in das Treppenhaus eindringen, aber bei Weitem nicht so viel wie bei einer vollständig geöffneten Tür.
- Feuerwehr alarmieren Alle Bewohner der Brandwohnung in Sicherheit zu bringen, ist das Wichtigste. Sind alle erreichbaren Personen in Sicherheit und es hat sonst noch niemand einen Notruf absetzen können, dann wählen Sie schnellstmöglich den Notruf der Feuerwehr – 112!
- Nachbarn warnen Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, sollten Sie mindestens die Nachbarn auf der gleichen Etage warnen. Wohnungen sind im Normalfall brandschutztechnisch so voneinander abgetrennt, dass unter gewöhnlichen Umständen vor dem Eintreffen der Feuerwehr keine Brandausbreitung auf die Nachbarwohnung zu erwarten ist. Eine Warnung der Nachbarn auf der gleichen Etage, sofern es gefahrlos möglich ist, ist aber sinnvoll.
- Feuerwehr vor dem Gebäude erwarten Wenn Sie die Feuerwehr alarmiert haben, wird diese im Normalfall in kurzer Zeit mit dem ersten Fahrzeug vor Ort sein. Diese Zeit kann sich für Sie sehr lange anfühlen. Laufen Sie trotzdem nicht ins Gebäude zurück, sondern prüfen Sie in der Zwischenzeit, ob für die Feuerwehr vor dem Haus genug Platz ist, und bitten Sie ggf. Anwohner, ihre Autos wegzufahren. Die eintreffenden Feuerwehrleute werden von einem Einsatzleiter geführt, der dafür ausgebildet ist, dass er möglichst schnell Informationen von den meldenden Personen über das Ereignis erfragt. Das kann vielleicht schroff und nicht sonderlich einfühlsam wirken – darum geht es in dieser Situation aber nicht, sondern um die schnelle Abwehr akuter Gefahren. Geben Sie sich als Informationsträger zu erkennen und antworten Sie so, wie Sie bereits mit der Feuerwehr am Telefon gesprochen haben. Wenn Sie allen Punkten nach bestem Wissen und Fähigkeiten folgen, haben Sie für sich und Ihre Umgebung alles getan, was Sie können. Die Feuerwehr kann dadurch schnell und effektiv arbeiten und der Schaden begrenzt werden.

Die Fragen werden sich vor allem auf den genauen Brandort beziehen, denn nicht immer ist das von außen eindeutig zu erkennen:
-> In welchem Stockwerk brennt es und in welcher Wohnung? (Achten Sie auf die Zählweise der Geschosse: EG, 1. OG, 2. OG usw.)
–> Sind noch Personen in der Wohnung?
-> Gibt es besondere Gefahren (Gasflaschen, Tiere, Munition o. Ä.)?
-> Ist die Tür geschlossen? Haben Sie einen Schlüssel? Geben Sie Ihren Schlüssel dem Einsatzleiter.
-> Halten Sie sich nach den ersten Informationen für Rückfragen bereit.
Zur Unterstützung des Ablaufes sind Fließdiagramme in der Fachempfehlung enthalten, die die Abfolge der Handlungen und ggf. auch Alternativen darstellen sollen (Grafik 1).
Bei den anderen beiden Situationen bei einem Brand im Mehrfamilienhaus – Brand in einer benachbarten Wohnung (Fall 2) oder die Situation des verrauchten Treppenhauses (Fall 3) – wird in der gleichen Form vorgegangen. Die Erläuterungen sind nur auf die etwas veränderte Situation angepasst (siehe Link am Ende des Artikels).

FALL 2
Brand in einer anderen Wohnung des Mehrfamilienhauses: Was tue ich, wenn es in einer anderen Wohnung in meinem Mehrfamilienhaus brennt? Kurzempfehlung für das gebäudeorientierte brandschutzgerechte Verhalten
- Ruhe bewahren!
- Ist meine Wohnung unmittelbar von dem Brand bedroht?
- Sind noch weitere Personen in der Wohnung? Wenn ja, wissen die Personen vom Brand und können sie die Wohnung selbstständig verlassen?
- Ist der Treppenraum frei von Brandrauch und kann ich die Wohnung über die Eingangstür verlassen?
- Liegen mein Mobiltelefon und mein Wohnungsschlüssel griffbereit?
- Kann ich / können wir die Wohnung über die Eingangstür verlassen? Welche anderen Fluchtwege stehen zur Verfügung?
- Habe ich beim Verlassen der Wohnung die Tür zum Treppenhaus hinter mir zugezogen?
- Habe ich aus dem sicheren Bereich die Feuerwehr über die Telefonnummer 112 alarmiert?
- Habe ich die Nachbarn gewarnt?
- Ist vor dem Gebäude ausreichend Platz für die Feuerwehr oder kann ich Anwohner bitten, ihre Autos wegzufahren? Kann ich der Feuerwehr wichtige Informationen geben, zum Beispiel ob und wo noch Personen im Gebäude sind?
FALL 3
Der Treppenraum in einem Mehrfamilienhaus ist verraucht: Was tue ich, wenn ich beim Verlassen meiner Wohnung feststelle, dass der Treppenraum verraucht ist? Kurzempfehlung für das gebäudeorientierte brandschutzgerechte Verhalten
- Ruhe bewahren!
- Kann ich meine Wohnungseingangstür wieder öffnen und mich in die Wohnung zurückziehen?
- Habe ich einen Notruf zur Feuerwehr im sicheren Bereich abgesetzt? Habe ich dem Notruf-Disponenten meine Situation gut beschrieben und kann ich seine Anweisungen befolgen?
- Kann ich die Türritzen der Wohnungseingangstür mit nassen Tüchern abdichten, um das Eindringen des Brandrauches zu verhindern?
- Gibt es einen Raum mit Fenster, möglichst weit von der Wohnungseingangstür entfernt?
- Kann ich möglichst viele Türen zwischen der Wohnungseingangstür und dem Aufenthaltsraum schließen?
- Kann ich mich am geöffneten Fenster für die Feuerwehr bemerkbar machen?
- Kann ich das Fenster schließen, wenn Rauch und Flammen an meinem Fluchtfenster erscheinen? Habe ich mein Mobiltelefon dabei und kann der Feuerwehr mitteilen, dass ich mich in einen anderen Raum begeben muss?
- Höre ich das Eintreffen der Feuerwehr in der Wohnung und kann ich auf Klopfen oder Klingeln reagieren? (Grafik 2)
Brand im Einfamilienhaus: Die Situation in Mehrfamilienhäusern unterscheidet sich deutlich von der Situation im Einfamilienhaus. Meistens sind Einfamilienhäuser zweigeschossig, ggf. auch noch mit offen angeschlossenen Kellerräumen. Es gibt keine sichere Abtrennung zwischen den Stockwerken durch mindestens rauchdichte Türen. Im ungünstigsten Fall stehen alle Geschosse in offener Verbindung. Da es keine Vorgaben für selbstschließende Türen (außer bei Heizungsräumen) gibt, kann es durchaus sein, dass sich Rauch über alle Geschosse ohne Behinderung ausbreiten kann. Deshalb wurde die Situation, wenn auch nach den gleichen Grundsätzen, für das Einfamilienhaus nochmals überarbeitet und angepasst dargestellt (siehe Link am Ende des Artikels).

FALL 4
Brand im Einfamilienhaus: Was tue ich, wenn es in meinem Einfamilienhaus brennt? Kurzempfehlung für das gebäudeorientierte brandschutzgerechte Verhalten
- Ruhe bewahren!
- Besteht die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln das Feuer zu löschen? (Deckel auf den brennenden Topf, Anwendung eines vorhandenen Kleinlöschgerätes, Gefäß mit Wasser usw.?)
- Kann die Tür zum brennenden Raum geschlossen werden?
- Sind noch weitere Personen im Haus? Wenn ja, wissen die Personen vom Brand und können sie die Wohnung selbstständig verlassen?
- Liegen meine Hausschlüssel und mein Mobiltelefon griffbereit?
- Kann ich das Gebäude über die Eingangstür oder eine Terrassentür oder ein Fenster im Erdgeschoss verlassen?
- Habe ich aus einem sicheren Bereich die Feuerwehr über die Telefonnummer 112 alarmiert?
- Könnten Nachbarn durch Feuer oder Rauch gefährdet werden?
- Ist vor dem Gebäude ausreichend Platz für die Feuerwehr oder kann ich Anwohner bitten, ihre Autos wegzufahren? Kann ich der Feuerwehr wichtige Informationen geben, zum Beispiel ob und wo noch Personen im Gebäude sind? (Grafik 3)
ERFAHRUNGEN
Die Fachempfehlung wurde zwischenzeitlich für verschiedene Informationspapiere z.B. von Wohnungsbaugesellschaften verwendet und auch die Aktion „Rauchmelder retten Leben“ hat sie auf ihrer Website grafisch umgesetzt. https://www.rauchmelder-lebensretter.de/online-broschuere-verhalten-imbrandfall/
Der Inhalt der Fachempfehlung ist sowohl auf der Website des DFV https://www.feuerwehrverband.de/app/uploads/2020/05/DFV_vfdb_Fachempfehlung_Verhalten_Brandfall_2019b.pdf als auch bei der vfdb https://www.vfdb.de/media/referate/referat12/doc/FE_ Verhalten_Brandfall_Nov_2019.pdf zu finden. Wünschenswert wäre eine stärkere Umsetzung auch außerhalb des Bereiches der Brandschutzerziehenden, z. B. in Schulen oder bei öffentlichen Veranstaltungen.
