Warum „alles aus einer Hand“ nicht immer hält, was es verspricht
Ein Rauschen machte einen Bewohner aus einem Mehrfamilienhaus darauf aufmerksam, dass im Keller etwas Ungewöhnliches vor sich ging. Auf der Suche nach der Geräuschquelle stieß er auf eine Leckage an einem Wasserspeicher. Das IFS sollte später klären, wie es zu dem Wasserschaden kommen konnte. Wie häufig in diesen Fällen stand die Frage im Raum, ob es einen Installationsfehler oder einen Produktmangel gab. Beides war allerdings nicht der Fall.
Von außen waren an dem Speicher keine Schäden erkennbar. Beim Öffnen fielen dem Gutachter jedoch sofort die massiven Korrosionsschäden im Inneren des Gerätes auf.
Warmwasserspeicher aus Stahl sind eigentlich durch eine Emaillebeschichtung vor Innenkorrosion geschützt. Weist die Emaillebeschichtung dennoch Fehlstellen auf, ist zusätzlich eine Opferanode im Speicher vorhanden, die diesen vor Korrosion schützt. Sie besteht aus einem unedleren Metall wie z. B. Magnesium Die Opferanode ist elektrisch leitend mit dem Speicher verbunden. Auf Grund seiner elektrochemischen Eigenschaften wird das unedle Metall anstatt der Stahlwand des Speichers oxidiert. Die Anode „opfert“ sich sozusagen für den Stahlbehälter auf und bewahrt diesen vor Korrosionsschäden.
Die Opferanode war bei dem betroffenen Speicher annähernd nicht mehr vorhanden; sie war nahezu vollständig aufgelöst.
Opferanoden müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht bzw. erneuert werden. Das geschieht bei der turnusmäßigen Wartung der Geräte. In diesem Fall handelte es sich um einen 19 Jahre alten Wasserspeicher eines namhaften Herstellers. Sowohl die Bedienungsanleitung des Speichers als auch die Angabe, dass er alle zwei Jahre gewartet werden musste, waren online leicht zu finden, wie der Gutachter bei der Recherche feststellte.

Die letzten zehn Wartungen waren allerdings ausgefallen. Seit der Inbetriebnahme hatte es keine Wartungsoder Reparaturarbeiten gegeben. Der Speicher hatte all die Jahre problemlos seinen Dienst verrichtet. Im Keller standen noch zwei weitere Speicher, die sogar noch älter waren als das schadenbetroffene Gerät. Der Gutachter riet dringend dazu, auch sie zu prüfen.


erkennbar.
Dies ist nicht der erste Fall, bei dem eine nicht rechtzeitig gewechselte Opferanode zu Korrosion und infolgedessen zum Wasserschaden geführt hat. Die Überprüfung der Anode gehört zur Wartung und sollte im Wartungsprotokoll bestätigt werden. Vor allem aber müssen die vom Hersteller geforderten Wartungen tatsächlich auch durchgeführt werden.
