Warum „alles aus einer Hand“ nicht immer hält, was es verspricht
Nachdem die alte Geschirrspülmaschine in der Mietwohnung einer vierköpfigen Familie nicht mehr richtig funktionierte, entschied sich der Vermieter kurzerhand zum Onlinekauf eines modernen, verbrauchsarmen Geräts. Da kam das günstig erscheinende Angebot des Onlineversandhändlers gerade recht: zwanzig Euro Mehrkosten für die Installation zu den vierzig Euro für Lieferung und Altgerätemitnahme. Kein Aufwand, alles aus einer Hand. Keine Probleme!?
Die Lieferung und Installation gingen zügig und unauffällig vonstatten. Leider hielt das Glück nicht lange. Etwa zwei Monate später zeigten sich aufsteigende Feuchtigkeit und Schimmelbildung an den Wandsockeln nahezu in der gesamten Doppelhaushälfte.
Zunächst brachte man den Schaden nicht mit der bereits lieb gewonnenen Geschirrspülmaschine in Zusammenhang. Erst eine Leckortung zeigte, dass es hier ein Problem im Bereich des Anschlusses oder Aquastops am Zulaufschlauch gab. Wasser war anscheinend die ganze Zeit unbemerkt am Schlauch hinunter und in die offene Randfuge hinter der Küchenzeile in den Fußbodenaufbau geflossen.
Die Gebäudeversicherung beauftragte das IFS mit der Ursachenermittlung. Insbesondere sollte das Institut klären, ob ein mangelhaftes Produkt oder ein Installationsfehler zu dem massiven Durchfeuchtungsschaden geführt hatte.
Bei der Untersuchung vor Ort war für den IFS-Gutachter zwar der bestimmungswidrige Leitungswasseraustritt nachvollziehbar, die genaue Austrittsstelle wegen der beengten Einbausituation aber nicht. Auffällig war sofort, dass sich der Schlauch am Anschluss relativ frei drehen ließ. Die Geschirrspülmaschine war an einen Rohrbelüfter angeschlossen, der in das Ventil (Wasserhahn) eingeschraubt war. Kurzerhand asservierte er die Maschine mitsamt Schlauch und Rohrbelüfter für eine Laboruntersuchung.

Im Labor wurde schnell klar, dass die Undichtigkeit direkt an der Anschlussverschraubung vorlag. Aber warum?
Auch dem IFS-Gutachter gelang es im Labor nicht, die Verbindung mit den vorliegenden Komponenten dicht zu bekommen. Mit einem anderen Rohrbelüfter aus dem Laborbestand gelang es hingegen sofort – per Hand, ohne Werkzeug, wie vom Geschirrspülmaschinenhersteller gefordert.
Der Rohrbelüfter aus dem Labor hatte ein etwas längeres Gewinde als das vor Ort eingebaute, das mit der alten Maschine mehr als ein Jahrzehnt problemlos funktioniert hatte. Beim Anschluss der neuen Maschine hatten die Komponenten einfach nicht zusammengepasst. Die Transportmitarbeiter hatten entgegen den Herstellervorgaben sogar eine Zange verwendet, um den Kunststoffüberwurf festzuziehen. Aber auch mit viel Kraftaufwand ließ sich keine dauerhaft dichte Verbindung herstellen. Ein Installateur hätte dies sicher gewusst und hätte einen neuen, passenden Rohrbelüfter installiert. Dem Transportmitarbeiter, der in diesem Fall die Maschine anschloss, war es möglicherweise nicht klar. Die sehr fest angezogene Verbin dung war zwar immerhin so dicht, dass die kleine verbleibende Undichtigkeit zunächst nicht bemerkt wurde. Doch solche Schummeleien zahlen sich auf Dauer nicht aus, wie dieser Fall zeigt.
Geschirrspülmaschinen dürfen und können auch von Nicht-Fachleuten angeschlossen werden. Dabei sollten sie einige Dinge beachten:
• Montage fachgerecht nach Herstellervorgaben (Montageanleitung) durchführen. Auch ein unzulässiger Werkzeugeinsatz kann zu Beschädigungen und in der Folge zu Brüchen und Wasserschäden führen.
• Ein ausführlicher Probelauf mit genauer Kontrolle. Im Zweifel hilft ein Papiertuch beim Entdecken von Undichtigkeiten. Vorgaben des Herstellers zur Inbetriebnahme beachten.
• Nicht improvisieren. Bastellösungen mögen zwar kurzfristig funktionieren. So manche Kuriosität ist aber schon nach einem Wasserschaden im IFS gelandet.
• Im Zweifel einen Fachmann zurate ziehen. Fachleute haben Erfahrung und kennen die Marktentwicklungen.

Verbindung ist zwischen dem Überwurf
und dem Rohrbelüfter leicht undicht (Pfeile).,

dem Teil von der Schadenstelle (l.) und dem Vergleichsteil aus
dem Labor (r.). Das rechte Gewinde ist etwa einen Gang länger.
